Wann Rentner Steuern zahlen müssen

Zwei Rentner mit Gehstock auf einer Bank

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Lisa von der Deutschen Teilkauf nimmt Informationen für den Immobilien-Teilverkauf mit Nießbrauchrecht auf.

Auch Rentenzahlungen sind einkommensteuerpflichtig. Durch den Grundfreibetrag und den Rentenfreibetrag fallen aber meist wenige oder gar keine Steuern an. Einnahmen aus Immobilien können die Steuerlast erhöhen.

Durchschnittlich 954 Euro Rente gab es der Deutschen Rentenversicherung zufolge im Jahr 2019 für Senioren – bei dieser Summe handelt es sich jedoch nur um den Betrag vor Steuern. Denn anders, als manche vielleicht glauben, ist die Rente in Deutschland grundsätzlich einkommensteuerpflichtig.

Wie für Arbeitnehmer gilt dabei ein Grundfreibetrag. 2020 liegt der jährliche Grundfreibetrag bei 9.408 Euro für Alleinstehende, bei gemeinsam veranlagten verheirateten Paaren beträgt er das Doppelte. Liegt das steuerpflichtige Einkommen darüber, müssen Rentner Einkommensteuer zahlen.

Rentenfreibetrag abziehen

Rentner profitieren jedoch von einem Rentenfreibetrag. Das heißt, dass nicht die gesamte Rente vom Finanzamt als steuerpflichtiges Einkommen angesetzt wird, sondern nur ein Teil der Rente. Wie groß dieser Teil ist, hängt vom Zeitpunkt des Renteneintritts ab. Wer 2005 in Rente gegangen ist, muss nur 50 Prozent der Jahresbruttorente (das ist die Rentenzahlung vor dem Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung) versteuern.

Mit jedem späteren Jahr des Renteneintritts erhöht sich der zu versteuernde Anteil um zwei Prozentpunkte, sodass der zu versteuernde Anteil 2020 bei 80 Prozent liegt. Ab 2020 erhöht sich der zu versteuernde Anteil mit jedem späteren Jahr des Renteneintritts nur noch um einen Prozentpunkt. Das heißt, wer 2040 in Rente geht, muss 100 Prozent seiner Rente versteuern.

Zu beachten ist, dass sich der Rentenfreibetrag später nicht mehr ändert. Berechnet wird er auf Grundlage der Jahresbruttorente im ersten vollen Kalenderjahr nach Renteneintritt. Wer also Mitte 2005 in Rente gegangen ist, für den zählt die Jahresbruttorente im Jahr 2006. Lag diese bei 10.000 Euro, beträgt der Rentenfreibetrag 5.000 Euro. Der Freibetrag bleibt dauerhaft bei 5.000 Euro, selbst wenn sich die Jahresbruttorente inzwischen erhöht hat.

Jahr des RenteneintrittsZu versteuernder RentenanteilRentenfreibetrag
200550 Prozent50 Prozent
200652 Prozent48 Prozent
.........
201978 Prozent22 Prozent
202080 Prozent20 Prozent
202181 Prozent19 Prozent
202282 Prozent18 Prozent
.........
2040100 Prozent0 Prozent

Steuerabzugsfähige Kosten

Abgesehen vom Rentenfreibetrag werden bei der Berechnung der Einkommensteuer weitere Abzüge vorgenommen (Stand 2020):

– Vorsorgeaufwendungen: Das sind insbesondere die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung. Hinzu kommen gegebenenfalls noch weitere Versicherungsaufwendungen, etwa für die Haftpflichtversicherung. Der Höchstbetrag liegt bei 1.900 Euro.

– Werbungskostenpauschale: 102 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 204 Euro für gemeinsam Veranlagte. Sind die tatsächlichen Werbungskosten höher, werden die tatsächlichen Kosten angesetzt.

– Sonderausgabenpauschale: 36 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 72 Euro für gemeinsam Veranlagte. Sind die tatsächlichen Sonderausgaben höher, werden die tatsächlichen Ausgaben angesetzt.

– Haushaltsnahe Dienstleistungen: Kosten etwa für Reinigungsleistungen können zu 20 Prozent abgesetzt werden. Auch Handwerkerleistungen können zu 20 Prozent abgesetzt werden.

Eine Beispielrechnung

Michael ist zum 1. Januar 2020 in Rente gegangen. Seine Rentenzahlung beträgt 1.000 Euro pro Monat. Sein Rentenfreibetrag liegt bei 20 Prozent, er muss also nur 800 Euro pro Monat versteuern. Im Jahr sind das 9.620 Euro. Davon abgezogen werden noch die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, das sind 1.308 Euro. Ebenfalls abgezogen werden die Werbungskostenpauschale (102 Euro) und die Sonderkostenpauschale (36) Euro. Übrig bleibt ein zu versteuerndes Einkommen von 8.154 Euro. Damit liegt Michael unter dem Grundfreibetrag und muss keine Steuer zahlen.

Auch Einnahmen aus Immobilien sind steuerpflichtig

Hat man als Rentner zusätzliche Einnahmen, etwa durch die Vermietung von Immobilien, sind diese ebenfalls grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. Dadurch kann es passieren, dass Rentner Einkommensteuer zahlen müssen, obwohl die Rente allein eigentlich unter dem Grundfreibetrag läge.

Für Mieteinnahmen können Rentner jedoch den Altersentlastungsbetrag geltend machen. Die Höhe dieses Betrags richtet sich nach dem Kalenderjahr, das auf den 64. Geburtstag des Rentners folgt. Wurde der Rentner also im Jahr 2019 64 Jahre alt, ist das Kalenderjahr 2020 maßgeblich. In diesem Fall liegt der Altersentlastungsbetrag bei 16 Prozent der Einkünfte, maximal jedoch 760 Euro. Die Höhe des Betrags und der jeweiligen Höchstgrenze lassen sich in dieser Tabelle einsehen.

Am Beispiel von Michael, der 2020 in Rente gegangen ist und im Jahr zuvor seinen 64. Geburtstag gefeiert hat: Zusätzlich zu seiner Rentenzahlung hat er nach Abzug aller Kosten und Abschreibungen Mieteinkünfte in Höhe von 4.500 Euro pro Jahr. Davon kann er den Altersentlastungsbetrag abziehen. 16 Prozent von 4.500 Euro sind 720 Euro. Übrig bleiben 3.780 Euro. Sein zu versteuerndes Einkommen erhöht sich damit auf 11.934 Euro. Damit liegt er über dem Grundfreibetrag und muss Steuern zahlen.

Dieser Beitrag ersetzt keine rechtliche oder steuerliche Beratung. Obwohl wir uns bei der Auswahl des Informationsangebots um größtmögliche Sorgfalt bemühen, haften wir nicht für ihre Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit.

Marian Kirchhoff
Marian Kirchhoff
Dez. 2020