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Seniorin bedient smarten Kühlschrank - durch Teilverkauf finanziert

Das smarte Zuhause

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Marian Kirchhoff
Sep. 2020

Smarte Technik steht für Sicherheit, Energieersparnis und besonders für eins: Komfort. Denn der Alltag ist stressig genug – wäre es da nicht wundervoll, das Leben mit wenig Aufwand deutlich komfortabler zu gestalten? Genau das ermöglicht die smarte Haustechnik von heute. Vom automatischen Einschalten der Kaffeemaschine am Morgen bis hin zur perfekten Lichtstimmung für eine entspannte Zeit am Abend zu zweit reichen die Möglichkeiten des smarten Zuhauses.

Warum sich ein Smart Home gerade für Senioren eignet

Das sogenannte Smart Home ist eine vergleichsweise neue Entwicklung, die viele vermutlich vor allem in den Häusern irgendwelcher Technik-Gurus verorten. Als wäre es eher eine Spielerei, die sich nur gönnt, wer sich zu Hause ein wenig wie in der Zukunft fühlen möchte. Tatsächlich aber ist das Smart Home wohl für kaum eine Bevölkerungsgruppe so gut geeignet wie für Senioren. Denn die technischen und digitalen Hilfsmittel im Haushalt nehmen den Bewohnern nicht nur viele alltägliche Handgriffe und Arbeitsschritte ab, sondern sorgen auch für mehr Sicherheit. Das Smart Home ist deshalb eine Investition, die sich auch – und gerade – für Ältere lohnt.

Die entsprechenden Möglichkeiten eines Smart Home sind vielfältig. Im Folgenden zeigen wir einige Beispiele, wie Smart Home-Anwendungen ganz konkret den Alltag von Senioren erleichtern können und sprechen auch darüber, ob und wie sich Wohneigentümer ein Smart Home eigentlich leisten können.

Ein Smart Home hilft gegen Vergesslichkeit

Wer beispielsweise mit dem Alter ein wenig vergesslich wird, für den können Smart Home-Anwendungen hilfreich sein, um unnötige Risiken zu vermeiden. Hat man versehentlich den Herd eingeschaltet gelassen? Oder ein Fenster nicht richtig verschlossen? Mit den entsprechenden Anwendungen kann man sich in solchen Fällen warnen lassen, bevor man das Haus verlässt.

Senior steuert mit seinem Handy die smarte Technik in seinem Eigenheim, dank Teilverkauf mit Nießbrauchrecht

Darüber hinaus lässt sich das Licht intelligent steuern. Die Lampen und Leuchtsysteme zu Hause können sich etwa automatisch den Lichtverhältnissen draußen anpassen: Ist es wolkenverhangen und dunkel, steuert die Beleuchtung entsprechend gegen. Auch lässt sich einstellen, dass das Licht in einzelnen Räumen zu gewissen Tageszeiten automatisch eingeschaltet wird, etwa um das morgendliche Aufstehen zu erleichtern.

Das Beleuchtungssystem lässt sich natürlich auch mit anderen Anwendungen im smarten Zuhause verknüpfen. Wenn beispielsweise jemand an der Tür klingelt oder der Rauchmelder Alarm schlägt, kann die Beleuchtung automatisch in einen Blinkmodus umschalten. So werden akustische zusätzlich in visuelle Signale umgewandelt – was vor allem für diejenigen nützlich ist, deren Gehör nicht mehr so gut ist wie es einst war.

Angehörige werden im Notfall automatisch benachrichtigt

Außerdem können Angehörige durch Smart Home-Anwendungen enger mit ihren älteren Angehörigen in Kontakt bleiben. In einem Notfall, beziehungsweise unter vorher festgelegten Bedingungen, können Angehörige automatisch benachrichtigt werden. Das stärkt das Sicherheitsgefühl sowohl der Senioren als auch der Familienmitglieder oder Freunde.

Eine smarte Heizung reguliert die Raumtemperatur

Die Heizung lässt sich ebenfalls intelligent bedienen. Zum Beispiel kann man einstellen, dass tagsüber eine höhere Raumtemperatur herrscht als nachts. Das spart nicht nur Energiekosten, sondern kommt etwa Senioren zugute, deren Temperaturgefühl nicht mehr ganz in Ordnung ist und die dadurch auch in einem viel zu kalten Raum sitzen würden, ohne es zu bemerken.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Heizung zu steuern, auch wenn man gerade gar nicht zu Hause ist. Wer unterwegs ist und weiß, wann er ungefähr nach Hause kommt, kann der Heizung aus der Ferne befehlen, zu diesem Zeitpunkt eine bestimmte Raumtemperatur zu erreichen. Das ist ein Komfort, den eine „gewöhnliche“ Heizung natürlich nicht leisten kann.

Ein smartes Türschloss hilft Senioren mit Rollator

Apropos nach Hause kommen: Gelegentlich haben Senioren Schwierigkeiten, die Haustür zu öffnen beziehungsweise den Schlüssel ins Schloss zu stecken. Vor allem mit einer Gehhilfe wie dem Rollator stellt die Haustür häufig eine ganz eigene Hürde dar. Es gibt jedoch die Möglichkeit, ein smartes Schloss in die Haustür einzubauen. Es erkennt das Smartphone des Bewohners. Wenn sich der Bewohner der Haustür nähert und das Smartphone in der Tasche hat, öffnet sich die Tür dann automatisch. Eine andere Möglichkeit, für die kein Smartphone benötigt wird, ist ein Fingerabdruck-Sensor, mit dessen Hilfe sich die Tür öffnen lässt. Was klingt, wie aus einem James Bond-Film entnommen, ist heutzutage kein Problem mehr.

weibliche Teilverkäuferin betrachtet auf Tablet die Räume ihres Hauses

Es gibt übrigens keinen Grund, in Panik zu geraten, nur weil gerade das Wort „Smartphone“ gefallen ist. Die Steuerung von Smart Home-Anwendungen ist inzwischen sehr intuitiv und für Senioren gut geeignet. Auch, wer sich von der Bedienung eines Smartphones überfordert fühlt, kann Smart Home-Anwendungen verwenden. Neben der Steuerung über das Smartphone, das Tablet oder den Computer gibt es spezielle Fernbedienungen beziehungsweise Bedienungssysteme. Sprachsteuerung ist ebenfalls eine Möglichkeit.

Und das sind nur einige der Möglichkeiten, die ein Smart Home seinen Bewohnern bietet. Hinzu kommen noch zahlreiche weitere Anwendungsoptionen, etwa Bewegungssensoren, durch die automatisch das Licht ein- und ausgeschaltet wird; Rollläden, die automatisch zu einer gewissen Tageszeit hoch- und herunterfahren; oder eine im Keller an eine smarte Steckdose angeschlossene Waschmaschine, die einem mitteilt, wenn sie fertig ist.

Von einem Smart Home-Experten beraten lassen

Gerade weil die Möglichkeiten so vielfältig sind, ist es sinnvoll, sich von einem Experten dazu beraten zu lassen. Dieser kann aufzeigen, welche Optionen für die eigene Lebenssituation und für die konkrete Wohnung oder das Haus am sinnvollsten sind.

Die Verbraucherzentrale listet folgende zertifizierte Qualitätskennzeichnungen auf, mit denen sich erkennen lässt, ob es sich um einen Experten handelt:

  • Fachbetrieb KOMFORT barrierefrei
  • Fachbetrieb für innovatives Wohnen
  • Fachberater Wohnkomfort
  • Fachbetrieb für senioren- und behindertengerechte Elektrotechnik
  • Gebäudesystemintegrator
  • Fachbetrieb für vernetzte Gebäudetechnik
  • Fachplaner für barrierefreies & komfortables Wohnen

Experten rund um das Thema Smart Home finden sich zum Beispiel auf dieser Webseite. Zu den größten Anbietern von Smart Home-Technik gehören Telekom Magenta, Homematic IP und Innogy Smart Home.

Für die Finanzierung des Smart Home kann ein Teilverkauf in Betracht kommen

Zu beachten ist natürlich, dass der Einbau von Smart Home-Anwendungen und die dafür teilweise nötigen Umbauten mit einer finanziellen Investition verbunden sind. Dabei variieren die Kosten stark, je nachdem, auf welche Anwendungen man zurückgreifen kann und möchte. Einstiegsangebote gibt es bereits für einige hundert Euro, aber wenn sich die Maßnahmen umfangreicher gestalten und vor allem, wenn man es aufgrund der Komplexität in diesem Bereich nicht selbst einzurichten vermag, kann es deutlich teurer werden. Generell kann es empfehlenswert sein, sich zunächst eine Grundausstattung einbauen zu lassen. Diese kann dann nach und nach erweitert werden, je nachdem, welche Anwendungen gewünscht oder benötigt werden.

Der Einbau eines Smart Home-Systems erhöht nicht nur den Komfort und die Sicherheit des eigenen Zuhauses, sondern geht in aller Regel auch mit einer Wertsteigerung seiner Immobilie einher. Insofern kann sich ein Smart Home für die Erleichterung des eigenen Alltags und für den Verkaufswert des Hauses doppelt lohnen.

Um die Kosten für den Einbau stemmen zu können, benötigt man aber natürlich freie finanzielle Mittel. Mit einem Teilverkauf der eigenen Immobilie kann sich das benötigte Kapital freisetzen lassen. Für den Einbau eines Smart Home-Systems – sowie für jede Form der Modernisierung der eigenen Immobilie – ist das Modell des Teilverkaufs ideal geeignet. Denn die Bewohner können die Vorteile des modernisierten Zuhauses so lange genießen, wie sie möchten und profitieren später bei einem möglichen Verkauf der Immobilie an der durch die Modernisierungen erfolgten Wertsteigerung.

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