Kredite für Rentner im Faktencheck

Alles, was Sie über Seniorenkredite wissen müssen

Viele Menschen wünschen sich im Rentenalter mehr Liquidität. Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen fällt die Rente meist deutlich niedriger aus als das bisherige Einkommen. Währenddessen steigen die Gesundheitsausgaben, zum Beispiel für Hilfsmittel, Medikamente, Kur-, Physio- oder Reha-Kosten. Oft muss auch das eigene Zuhause barrierefrei umgebaut werden. Zum anderen wäre endlich Zeit für große Wünsche und Projekte, etwa eine große Reise. Eine Möglichkeit, um die Rentenlücke zu schließen und die kurzfristige Liquidität zu erhöhen, bieten Kredite für Rentner. Denn auch im Rentenalter ist es grundsätzlich möglich, einen Kredit aufzunehmen. Wohneigentümer können dabei ihre Immobilie als Sicherheit verwenden. Doch bevor Sie sich für einen Seniorenkredit entscheiden, sollten Sie alle Hintergründe und Risiken kennen. So kann durch die 2016 eingeführte Wohnimmobilienkreditrichtlinie ein Kredit für Rentner zur Kostenfalle werden. Zudem gibt es Alternativen, die unter Umständen besser zu Ihren Wünschen passen. Auf dieser Seite haben wir für Sie die wichtigsten Informationen über Kredite für Rentner zusammengestellt.  

Inhaltsverzeichnis

Schnelle Fakten über Kredite für Rentner

Gibt es Kredite für Rentner mit Sofortzusage?

Viele Banken und Finanzdienstleister bieten Online-Kredite mit Sofortzusage an. Rentner sollten allerdings aufpassen. Durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die die Rückzahlung eines Darlehens zu Lebzeiten verlangt, fallen die Konditionen ungünstiger aus, je älter der Kreditnehmer ist. Mit zunehmendem Alter werden die Tilgungsraten immer höher. Bei Krediten für Rentner mit Sofortzusage werden selten alle individuellen Lebensumstände und finanziellen Voraussetzungen berücksichtigt.

Ist ein Kredit für Rentner mit negativer SCHUFA-Auskunft möglich?

Die SCHUFA bewertet die Bonität von Einzelpersonen. Eine negative SCHUFA-Auskunft bedeutet, dass für Kreditgeber ein höheres Risiko bestehen könnte. Viele Banken und Finanzdienstleister bieten Kredite ohne SCHUFA-Auskunft an. Allerdings sind die Konditionen aufgrund des erhöhten Risikos meist ungünstiger als bei Krediten mit Berücksichtigung der SCHUFA-Auskunft. Besondere Vorsicht ist vor unseriösen Kreditanbietern geboten.

Gibt es Kredite für Rentner ohne Altersbeschränkung?

Die meisten Banken und Finanzdienstleister orientieren sich an der durchschnittlichen statistischen Lebenserwartung. Viele Kreditinstitute haben ein Höchstalter für Kreditvergaben festgelegt, eine allgemeingültige Altersobergrenze gibt es aber nicht. Viel wichtiger ist aber die Bonität des Kreditnehmers, ebenso können Sicherheiten wie eine Immobilie oder Bürgen die Kreditvergabe positiv beeinflussen.

Wo gibt es Kredite für Rentner über 70?

Grundsätzlich ist es für Rentner über 70 Jahren möglich, einen Kredit zu erhalten. Banken und Finanzdienstleister betrachten dabei neben dem Alter insbesondere die Kreditwürdigkeit. Immobilieneigentümer können ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung als Sicherheit verwenden. Durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die die Rückzahlung eines Darlehens zu Lebzeiten verlangt, verschlechtern sich jedoch üblicherweise die Konditionen eines Kreditangebots mit steigendem Alter.

Was sind Kredite für Rentner?

Ein Kredit für Rentner unterscheidet sich formal nicht von einem Kredit an einen jüngeren Menschen. Der große Unterschied liegt in den Voraussetzungen und Risiken aufgrund des höheren Alters. Diese wiederum wirken sich sowohl auf die Vergabebereitschaft als auch auf die Konditionen aus. Einen entscheidenden Anteil daran hat die 2016 eingeführte Wohnimmobilienkreditrichtlinie.

Diese Richtlinie besagt, dass der Kreditnehmer das Darlehen mit hoher Sicherheit zu Lebzeiten zurückzahlen können muss, damit der Immobilienkredit gewährt werden darf. Selbst wenn das Darlehen theoretisch mit einer Grundschuld abgesichert werden konnte, wurde dies nicht erleichternd berücksichtigt. Die Folge davon war, dass Senioren praktisch kaum noch Immobiliendarlehen aufnehmen konnten.

Weil auch der Gesetzgeber dieses Problem erkannt hat, wurde die Richtlinie überarbeitet. Seitdem können es Banken bei der Vergabe eines Immobilienkredits wieder positiv berücksichtigen, wenn der Wert der Immobilie den Kreditbetrag übersteigt. Dient der Kredit einer Modernisierung, kann die Bank zusätzlich berücksichtigen, dass durch die Maßnahmen der Immobilienwert steigt und sich die Absicherung des Kredits dadurch noch einmal erhöht.

Für Senioren ist es also grundsätzlich wieder möglich, einen Immobilienkredit aufzunehmen. Die Richtlinie erwartet aber nach wie vor die vollständige Rückzahlung des Darlehens zu Lebzeiten. Je älter also der Kreditnehmer, desto kürzer ist die wahrscheinliche verbleibende Lebenszeit, um das Darlehen zurückzuzahlen. Unterm Strich verschuldet sich der Rentner und muss mit hohen monatlichen Tilgungsraten rechnen.

Wo gibt es Kredite für Rentner?

Kredite für Rentner können per Antrag bei einem Kreditgeber aufgenommen werden, zum Beispiel bei einer Bank. Darüber hinaus können sich Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung für einen Immobilienkredit entscheiden. Dabei hinterlegen sie ihre Immobilie als Sicherheit, indem für den Darlehensgeber eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen wird. Sollte der Kreditnehmer das Darlehen nicht zurückzahlen können, kann sich der Kreditgeber das verliehene Geld durch eine Zwangsversteigerung zurückholen.

Verbraucherkredite ohne die Eintragung einer Grundschuld sind für Wohneigentümer im Rentenalter ebenfalls möglich, allerdings nicht für große Summen. Dies kommt etwa infrage, wenn Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen mit überschaubaren Ausgaben geplant sind. Da jedoch die Absicherung durch eine Grundschuld fehlt, werden meist höhere Zinsen festgesetzt als bei einem Immobilienkredit.

Wichtig für die Bank: der Immobilienwert

Übersteigt der Wert der Immobilie den Kreditbetrag, können Banken dies bei der Vergabe eines Immobilienkredits positiv berücksichtigen. Dient das Darlehen einer Modernisierung, lassen viele Banken die zu erwartende Wertsteigerung der Immobilie in die Bewertung mit einfließen. Denn ein höherer Immobilienwert steigert die Absicherung für den Kreditgeber.

Wie alt darf ein Kreditnehmer sein?

Eine gesetzliche Altersgrenze für Kredite gibt es nicht. Auch bei einem Alter von über 70 Jahren sind Antragsannahmen möglich. Aufgrund der Wohnimmobilienkreditrichtlinie muss die Bank jedoch darauf achten, dass der Kreditnehmer in der Lage ist, die Kreditraten zu Lebzeiten regelmäßig zu bezahlen. Dabei wird meist die statistische Lebenserwartung als Orientierung hinzugezogen. Besonders wichtig ist, dass die Bonität stimmt, also die Kreditwürdigkeit.

Wie bei allen anderen Kreditvergaben auch, haben Menschen mit geringerem Einkommen grundsätzlich schlechtere Chancen auf Annahme des Antrags. Dies trifft häufig auf Rentner zu, da viele Menschen im Rentenalter monatlich weniger Geldmittel zur Verfügung haben als Erwerbstätige. Daher müssen Senioren auch bei erfolgreichem Kreditantrag mit schlechteren Konditionen rechnen als bei jüngeren Kreditnehmern.

Was sind die Vorteile der Kredite für Rentner?

  • Liquidität: Mit einem Kredit erhalten Immobilieneigentümer sofort Kapital ausgezahlt. Das Geld kann direkt genutzt werden, um Sanierungen und Modernisierungen vorzunehmen, Barrierefreiheit zu schaffen oder größere Anschaffungen zu finanzieren.

  • Eigentum: Im Gegensatz zu einem klassischen Verkauf oder der Immobilienleibrente bleiben Kreditnehmer Eigentümer der Immobilie. Das Haus oder die Wohnung kann später vererbt werden, wobei der Kredit zunächst getilgt oder abgelöst werden muss. Zudem profitiert allein der Eigentümer von künftigen Wertsteigerungen der Immobilie.

Was sind die Nachteile der Kredite für Rentner?

  • Verschuldung: Mit einem Kredit werden Schulden aufgenommen. Dies kann sich mit der Zeit zu einer immer stärkeren mentalen Belastung entwickeln. Zudem verpflichtet sich der Kreditnehmer im hohen Alter zu langfristigen, monatlichen Zins- und Tilgungszahlungen. Auch eine aktuelle Studie zeigt, dass Kredite bei Senioren eher unbeliebt sind.

  • Konditionen: Ältere Immobilieneigentümer haben es oft schwieriger als jüngere Eigentümer, einen Kredit zu erhalten. Durch die Vorgaben der Wohnimmobilienkreditrichtlinie vergeben Banken bei Rentnern in der Regel schlechtere Konditionen als bei Erwerbstätigen.

  • Risiko für die Erben: Wer mit einem laufenden Kredit seine Immobilie vererbt, belastet damit die Erben, zum Beispiel die Kinder. Schließlich erhöht sich das Risiko, zu Lebzeiten den Kredit nicht mehr vollständig tilgen zu können, mit fortschreitendem Lebensalter.

Vorteile und Nachteile eines Kredits für Rentner

Welche Alternativen gibt es für Rentner?

Eine Möglichkeit, ohne Verschuldung Kapital freizusetzen, bietet der Immobilien-Teilverkauf der Deutschen Teilkauf. Bei einem Immobilien-Teilverkauf verkauft der Wohneigentümer bis zu 50 Prozent seines Hauses oder seiner Wohnung an einen Anbieter. Letzterer wird zu einem sogenannten stillen Miteigentümer an der Immobilie. Das bedeutet, dass dieser zwar Anteile kauft, diese aber nicht nutzt oder verändert. Nur bei der Deutschen Teilkauf wird der Nießbrauch im ersten Rang des Grundbuchs eingetragen, noch vor der Finanzierungsschuld. Dadurch ist der Nießbrauch vor einer möglichen Insolvenz des Teilkäufers geschützt. Eingetragen als Eigentümer werden beide Parteien, also Teilverkäufer und Teilkäufer.

Besonders für ältere Menschen lohnt es sich, Immobilien-Teilverkäufer und Nießbraucher zu werden. Erstens steht dem Teilverkäufer nach einem Teilverkauf die Auszahlungssumme aus dem Teilverkauf zur Verfügung. Das Vermögen, das vorher zum Teil in den vier Wänden steckte, kann nun genutzt werden – ob für größere Anschaffungen, Lebensträume oder als finanzielles Polster. Zweitens behält der Teilverkäufer sein Zuhause. Er darf die gesamte Immobilie bewohnen und nutzen, solange er lebt und möchte. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, das Haus oder die Eigentumswohnung barrierefrei umzubauen. Das Nießbrauchrecht wird erstrangig im Grundbuch eingetragen. Und drittens stehen dem Teilverkäufer bei Vermietung der Immobilie die vollen Mieteinnahmen zu (abzüglich des Nutzungsentgeltes).

Das Fazit über Kredite für Rentner

Grundsätzlich ist es auch mit 70 Jahren oder älter noch möglich, einen Kredit aufzunehmen. Dabei erhöhen sich die Vergabechancen mit einer Immobilie, die als Sicherheit hinterlegt werden kann. Je höher dabei der Wert des Wohneigentums liegt, desto bessere Konditionen dürfen Rentner von der Bank erwarten. Allerdings müssen Interessierte beachten, dass sie sich im Rentenalter verschulden. Damit riskieren sie, bei ausbleibender Tilgung die Erben zu belasten oder das Eigentum zu verlieren.

Zudem schreibt die Wohnimmobilienkreditrichtlinie den Kreditgebern vor, dass der Kreditnehmer das Darlehen mit hoher Sicherheit zu Lebzeiten zurückzahlen können muss. Daher erhalten Rentner in der Regel ungünstigere Konditionen als Erwerbstätige. Mit steigendem Alter sind höhere Tilgungen zu erwarten, was zu einer dauerhaften finanziellen wie psychischen Belastung führen kann. Eine Alternative ohne Verschuldung stellt der Immobilien-Teilverkauf dar, der mehr Planungssicherheit und Entscheidungsfreiheit bietet – auch für die Erben.

Mehr zum Immobilien-Teilverkauf

Bei einem Immobilien-Teilverkauf wandeln Sie einen Teil Ihrer Immobilie in Liquidität um. Gleichzeitig erhalten Sie ein lebenslanges Nießbrauchrecht. Damit dürfen Sie den gesamten Grundbesitz bewohnen und nutzen, solange Sie möchten. Der Preis des Teilverkaufs richtet sich nach einem unabhängigen Marktwertgutachten. Die Kosten für das Gutachten übernimmt die Deutsche Teilkauf.