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Wann ist es sinnvoll, sein Testament zu schreiben?

Wer über den Tod hinaus über sein Vermögen bestimmen will, sollte ein Testament schreiben.

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Lisa von der Deutschen Teilkauf nimmt Informationen für den Immobilien-Teilverkauf mit Nießbrauchrecht auf.

Jeder Verstorbene hinterlässt ein Testament? Weit gefehlt: Bei zwei Drittel aller Deutschen ist nicht geregelt, was mit dem Vermögen nach dem Tod passieren soll. Das mag durch Ängste und Unkenntnis begründet sein, ist aber in vielen Fällen problematisch, weil es zu Erbschaftsstreitigkeiten und Verlusten führt. Wir erklären, wann und warum man ein Testament verfassen sollte. 

Viele Deutsche ohne Testament

Jeder dürfte den Sinn und Zweck eines Testaments kennen, aber viele denken nicht über ihr eigenes nach. In Deutschland haben Schätzungen zufolge etwa zwei Drittel aller Erblasser kein Testament für die Zeit nach ihrem Ableben verfasst. Die Gründe dafür scheinen vielfältig: Viele Deutsche haben Angst davor oder möchten sich nicht mit dem eigenen Tod beschäftigen und verpassen es deshalb, den Verbleib ihres Hab und Guts klar zu regeln. In anderen Fällen dürfte die Angst davor, beim Formulieren der Niederschrift etwas falsch zu machen, im Vordergrund stehen. Viele Menschen fühlen sich außerdem bei juristisch sensiblen Dokumenten unsicher und wissen möglicherweise nicht, dass sie sich beispielsweise bei einem Anwalt oder Notar Hilfe bei der Testamentserstellung holen können. Allerdings sind die Kosten, die für diese juristische Dienstleistung anfallen, für wiederum andere Menschen der Grund, überhaupt kein Testament anfertigen zu wollen. In weiteren Fällen ist es schlicht so, dass der Erblasser keine Verwandten oder Kinder hat und es ihm deshalb nicht wichtig genug sein dürfte, was mit seinem Besitzstand passiert. In diesem Fall geht das Vermögen in den Besitz des Staats über.

Regelung der Vermögensverhältnisse

Es ist natürlich nichts Schlimmes oder Verwerfliches, wenn das Erbe an den Staat fällt. Allerdings dürften die meisten Menschen das Bedürfnis haben, auch über den Tod hinaus ihre Vermögensverhältnisse zu regeln. Die größten Vorteile dabei liegen auf Hand: Man kann selbst darüber entscheiden, welche Personen erben sollen. Außerdem wird geregelt, welche konkreten Vermögensgegenstände an welche Personen verteilt werden sollen – gerade, wenn es um geliebte Partner und Kinder geht. Nicht zuletzt erhält das Finanzamt von dem bereits besteuerten Vermögen dann nur den kleinstmöglichen Anteil, den das Erbschaftsteuerrecht vorsieht.

Unverheiratete müssen aufpassen

Tatsächlich ist es nicht verkehrt, sich so früh wie möglich mit dem Testament auseinanderzusetzen. Also spätestens dann, wenn man irgendetwas zum Vererben besitzt. Bei unverheirateten Paaren – mit Kindern oder ohne – hat der Partner im Todesfall zum Beispiel keinerlei Anspruch auf das Vermögen des anderen. Ohne testamentarische Regelung geht das Vermögen stattdessen bei einer kinderlosen Beziehung zurück an die Eltern des Verstorbenen.

Testament per Hand schreiben

Problematisch wird es auch, wenn das Testament Formfehler hat. Dann wird es unter Umständen nicht als Testament anerkannt und ist ungültig. Ein Testament, das der Erblasser selbst verfasst, muss immer handschriftlich geschrieben sein. Es darf nicht per Schreibmaschine oder PC erstellt werden. Auch genügt es nicht, wenn eine dritte Person das Testament handschriftlich verfasst und der Erblasser es lediglich unterschreibt. Am Ende des handschriftlichen Testaments muss der Erblasser unterschreiben, weil ein Testament ohne Unterschrift ungültig ist. Natürlich kann beim Verfassen eines Testaments auch die Hilfe eines Notars oder Anwalts in Anspruch genommen werden.

Immobiliennutzung testamentarisch regeln

Schwierig kann es auch werden, wenn zwei Partner eine Immobilie besitzen, also beide im Grundbuch eingetragen sind. Vom Gesetz her bilden nämlich oft mehrere Personen eine „Erbengemeinschaft“, also eine Gruppe, die sich das Erbe untereinander teilen muss. Im schlechtesten Fall muss der hinterbliebene Partner dann die Immobilie verkaufen, um alle anderen Erbberechtigten auszuzahlen.

Wer hingegen sein Eigenheim an seine Kinder vererben will, sollte im Testament sicherstellen, dass sein Ehe- oder Lebenspartner bis ans Lebensende in der Immobilie wohnen bleiben darf. Das ist möglich, indem man die Immobilie in Verbindung mit einem Wohnrecht oder einem Nießbrauch vererbt.

Fazit – das Wichtigste zum Testament

  • Zeitpunkt: Sobald man etwas zu vererben hat, ist ein Testament sinnvoll.
  • Handschriftlich: Ein Testament muss persönlich von Hand verfasst und unterschrieben sein oder mithilfe eines Anwalts oder Notars.
  • Immobilien: Wer über die Nutzung seiner Immobilie bestimmen möchte, sollte Wohnrecht oder Nießbrauch im Testament berücksichtigen.
Marian Kirchhoff
Marian Kirchhoff
Nov. 2021
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