Vertraute Wohnsituation und soziales Umfeld – darum wollen Senioren nicht mehr umziehen

Zufriedener Rentner umarmt seine Ehefrau, die auf dem Sofa vor ihm sitzt

Ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden aufgeben und dazu noch die gewohnte Umgebung verlassen? Das kommt für viele Menschen im Alter gar nicht mehr infrage.

Die Gründe für einen Umzug können unterschiedlich sein – Haus und Garten sind zu groß, man benötigt professionelle Pflege oder das Eigenheim ist nicht barrierefrei. Meist wird aus praktischen Gründen eine Veränderung der bisherigen Wohnsituation in Erwägung gezogen. Doch gerade für Senioren kann ein Umzug sehr belastend sein. Was dagegen spricht und wie Menschen im Rentenalter die Herausforderungen lösen können, ohne dafür ihr Zuhause verlassen zu müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Zuhause im Glück: Soziales Umfeld ist Senioren wichtig

Im steigenden Alter werden vertraute Menschen im eigenen Umfeld immer relevanter, weshalb die lokale Nähe zu Familie und Freunden viele von einem späten Umzug abhält. Zusätzlich sind Angehörige häufig eine wichtige Stütze bei alltäglichen Erledigungen oder Arztbesuchen. Ebenso spielt eine gute Nachbarschaft eine wichtige Rolle. Teil einer gewachsenen Nachbarschaft zu sein, bedeutet für viele Personen ein Gefühl von Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft.

Nach einem Umzug muss man sich in der Regel auf neue Bekanntschaften einlassen – doch gerade das fällt mit zunehmendem Alter immer schwerer.

Vertraute Wohnsituation: Senioren sind an Strukturen gewöhnt

Die meisten Menschen leben nicht erst seit Kurzem in ihrem Eigenheim. Viele Faktoren tragen zudem bei, dass man sich Zuhause fühlt. Sport- und Freizeitaktivitäten sowie Supermärkte und Ärzte binden einen an den eigenen Wohnort. Insbesondere im Alter ist es schwierig, sich von seinen Gewohnheiten zu lösen und sich auf neue Strukturen einzulassen.

Zusätzlich fühlen sich die meisten Menschen in ihren eigenen vier Wänden am wohlsten und sichersten. Es braucht viel, um das Gefühl von Geborgenheit und Privatsphäre auch an einem neuen Wohnort wieder spüren zu können.

Zuhause ist es am schönsten: Persönliche Dinge machen ein Eigenheim aus

Wer eine Immobilie sein Eigen nennen kann, besitzt nicht nur eine gute Altersvorsorge, sondern auch die Entscheidungshoheit über sein Zuhause. Eigenheimbesitzern kommen jegliche Freiheiten der Gestaltung und Nutzung zu. Ein Umzug bedeutet meistens eine Verkleinerung des Hausstands und die Trennung von persönlichen Gegenständen. Aber gerade diese machen ein Zuhause aus. Den meisten Menschen sind Gegenstände mit einem emotionalen Wert um ein Vielfaches wichtiger als beispielsweise eine teure Einrichtung.

Ebenso werden mit dem Eigenheim viele Erinnerungen und Erlebnisse verbunden, wie das Aufwachsen der eigenen Kinder oder die legendären Familienfeiern, die man Zuhause erleben durfte. Die einzelnen Räume sind mit individuellen Geschichten gefüllt, die eine Trennung vom Eigenheim erschweren.

Selbstbestimmt durch altersgerechten Umbau oder häusliche Pflege

Um weiterhin möglichst selbstständig in den vertrauten vier Wänden wohnen bleiben zu können, bedarf es eventuell ein paar Veränderungen. Dazu kann zum Beispiel ein altersgerechter Umbau zählen, durch den verschiedene Barrieren beseitigt werden. Steigendes Alter kann zur Einschränkung der Mobilität führen und das alltägliche Leben erschweren. Ein barrierefreies Badezimmer oder ein Treppenlift können diesbezüglich zum Beispiel schon Abhilfe schaffen. Wie Sie Ihr Eigenheim barrierefrei gestalten können, haben wir Ihnen in diesem Beitrag zusammengetragen.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, sich im angemessenen Maße um sich selbst zu kümmern, kann sich mit den Möglichkeiten der häuslichen Pflege beschäftigen. Angehörige oder ausgebildete Pflegekräfte können je nach Bedarf unterstützen und die Pflege übernehmen. Welche Optionen sich Pflegebedürftigen bietet und was es dabei zu beachten gibt, können Sie hier nachlesen.

Mit Teilverkauf das Eigenheim auch noch im Alter genießen

Anfallende Renovierungen, Umbaumaßnahmen zur Reduktion von Barrieren oder Arzt- und Pflegekosten können dazu führen, dass Senioren ihr Eigenheim aus Kostengründen aufgeben müssen. Um sich von diesen Umständen nicht beeinflussen zu lassen, können Eigenheimbesitzer ihr Haus oder ihre Wohnung teilverkaufen und auf diesem Weg, das in der Immobilie gebundene Kapital, freisetzen. Durch das Nießbrauchrecht wird dem Teilverkäufer lebenslanges Nutzungs- und Wohnrecht zugesichert, sodass er unverändert in seiner Immobilie wohnen bleibt. Der Teilverkauf unterstützt somit den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben in den eigenen vier Wänden. So können Sie Ihren Lebensabend in gewohnter Umgebung und in der Nähe Ihrer Liebsten genießen, ganz ohne Kompromisse eingehen zu müssen.

Marian Kirchhoff
Marian Kirchhoff
Apr. 2021