Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Die Richtlinie zur Vergabe von Immobilienkrediten wurde eingeführt, um die Verbraucherrechte von Kreditnehmern zu stärken. Banken haben sich damit verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen intensiver zu prüfen. Dies führte zu strengeren Auflagen bei der Kreditvergabe. 

Auswirkungen für Darlehensnehmer 

Vor der Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurden bei der Vergabe von Krediten für Wohneigentum Faktoren wie die aktuelle Liquidität des Kreditnehmers und der Wert der Immobilie berücksichtigt. Nach Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie im Jahr 2016 war nicht mehr nur die aktuelle finanzielle Situation des Kreditnehmers wichtig. Auch der Wert der Immobilie reichte nicht mehr allein als Sicherheit aus. Zusätzlich wurden Einschätzungen über die künftige Zahlungsfähigkeit vorgenommen und in die Entscheidung über eine Kreditvergabe mit einbezogen. Insbesondere bei einem höheren Alter des Antragstellers konnte die Wahrscheinlichkeit, dass dieser in der Lage ist, die gesamte Summe zu Lebzeiten zu tilgen, als niedrig eingeschätzt werden. Infolgedessen hatten es vor allem Senioren schwerer, Wohnimmobilienkredite zu erhalten.

Nachbesserungen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Aufgrund deutlicher Kritik an der Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurde diese 2018 nachgebessert. Durch die „Immobiliar-Kreditwürdigkeitsprüfungsleitlinien-Verordnung“ können Senioren nun einen Immobilienkredit aufnehmen – auch wenn nicht sicher ist, ob sie ihn zu Lebzeiten vollständig zurückzahlen können. Dies gilt unter der Bedingung, dass der Wert der Immobilie oder einer anderen Sicherheit groß genug ist, um das Darlehen auch im Todesfall abdecken zu können.