Wohnen im Alter: Welche Kosten kommen beim Dachausbau auf mich zu?

Der Abstellplatz für altes Kinderspielzeug oder ausrangierte Möbel: So oder so ähnlich sehen wohl viele Dachböden aus. Dieser Ort kann aber mehr als nur ein dunkler Abstellraum sein. Wenn Sie Ihren Dachboden im Alter ausbauen möchten, können Sie neuen Wohnraum schaffen. Was Sie dabei beachten sollten und welche Kosten für den Dachausbau auf Sie zukommen können, haben wir Ihnen in diesem Beitrag zusammengefasst.

Ausbau Ihres Daches
Inhaltsverzeichnis

Welche Dachform eignet sich am besten?

Bei einem Dachausbau kommt es, wie sollte es anders sein, in erster Linie auf das Dach an. Dessen Art bestimmt, wie groß und wie hoch der zusätzliche Raum in Ihrem Haus ausfällt. Der Neigungswinkel des Daches sollte nicht kleiner als 35 Grad sein, um auf einer größeren Fläche ein aufrechtes Stehen zu ermöglichen. Vor allem Sattel- und Mansardendächer bieten sich für den Ausbau eines Dachgeschosses an. Ein Satteldach ist die klassische Dachform, welche ein Großteil der Häuser in Deutschland besitzen. Dabei besteht das Dach aus zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen, die an der höchsten Kante aufeinandertreffen. Bei einem Mansardendach sind die Dachflächen im unteren Bereich abgeknickt. Somit verfügt die untere Dachfläche über eine wesentlich steilere Neigung und bietet Ihnen so zusätzlichen Wohnraum.

Je nach Dachform ergeben sich verschiedene Nutzungs- und Aufteilungsmöglichkeiten. Ein einziger, aber dafür großzügiger Raum bietet sich zum Beispiel unter einem kleineren Dach an. Wünschen Sie sich mehrere Räume auf Ihrem Dachboden, können Sie diese durch Zwischenwände voneinander abgrenzen. Hierbei sollten Sie jedoch beachten, dass bei flachen Dächern die Zimmer tendenziell kleiner ausfallen. Durch die Schrägen bei einem Steildach gewinnen Sie zusätzlichen Wohnraum, den Sie für die Gestaltung Ihrer Räume nutzen können.

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Höhere Energieeffizienz durch Dachausbau

Auch im Hinblick auf die Energieeffizienz Ihres Eigenheims kann der Ausbau des Dachstuhls eine deutliche Verbesserung erbringen. Durch die effiziente Dämmung des Dachbodens lassen sich bis zu 20 Prozent der Heizkosten einsparen. Die Dämmung stellt sicher, dass im Winter weniger Kälte von außen eindringt und es im Sommer nicht zu warm wird. Zudem schützt es vor Feuchtigkeit und Durchzug. Welche weiteren Sanierungsmaßnahmen für Ihre Immobilie sinnvoll sein können, erfahren Sie hier.

Es gibt drei Varianten der Dachdämmung:

  • Aufsparrendämmung: Dies ist die effektivste Methode der Dachdämmung. Dabei wird das Dämmmaterial über die gesamte Fläche zwischen den Sparren und den Dachpfannen eingesetzt. So können Wärmebrücken vermieden werden. Allerdings ist diese Variante relativ zeitaufwändig und kostspielig.

  • Zwischen den Sparen: Eine Dachdämmung zwischen den Sparren ist die leichteste und günstigste Variante. Hier werden die Zwischenräume zwischen den Dachsparren mit Dämmstoff mit Dämmmaterial gefüllt.

  • Untersparrendämmung: Ähnlich wie bei der Aufsparrendämmung wird das Dämmmaterial auf der gesamten Fläche eingesetzt. Bei der Untersparrendämmung erfolgt dies allerdings unter dem Sparren, also auf den von der Traufe zum First verlaufenden Trägern und Dachbalken.

Ob eine energetische Sanierung für Sie infrage kommen könnte, lesen Sie in unserem Blogbeitrag „Wann und für wen ist eine energetische Sanierung sinnvoll?“.

Kosten und Finanzierung für den Ausbau

Die Kosten für einen Dachausbau fallen je nach Aufwand und Art der Arbeiten unterschiedlich hoch aus. Im Schnitt sollten Sie 10.000 Euro bis 30.000 Euro dafür einkalkulieren. Der Einbau einer Gaube, eines Badezimmers oder einer Küche sowie ein eventuelles Anheben des Daches erhöhen die Kosten. Holen Sie sich am besten vorab mehrere Kostenvoranschläge ein und vergleichen Sie die Angebote miteinander. Damit nicht unerwartet hohe Kosten auf Sie zukommen, sollten Sie vor einem Dachausbau auch den Zustand Ihres Daches prüfen lassen.

Übrigens ermöglicht die verbesserte Energieeffizienz des Gebäudes durch den Ausbau des Dachgeschosses ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Zudem existieren verschiedene regionale Programme der Bundesländer, welche die Wärmedämmung eines Daches unterstützen. Die Sanierung des Dachbodens verschafft Ihnen zudem einen Steuervorteil. Denn Sie können 20 Prozent der Kosten in Ihrer Steuererklärung über drei Jahre hinweg abschreiben. Auch die Aufnahme eines Kredits kann eine Möglichkeit sein, um den Dachausbau Ihres Eigenheims zu finanzieren. Weitere Informationen über die Finanzierung des Dachausbaus erhalten Sie in unserem Blogbeitrag „Das sollten Sie beachten, wenn Sie einen Kredit für eine Immobilienrenovierung aufnehmen“.

Immobilien-Teilverkauf als Alternative

Wer sich für einen Dachausbau entscheidet, schafft mehr Wohnraum in den eigenen vier Wänden und verbessert zudem die Energieeffizienz. Um diese Maßnahmen zu finanzieren, können Sie zum Beispiel einen Immobilien-Teilverkauf nutzen. Dabei veräußern Sie einen Anteil Ihres Eigenheims und erhalten dafür eine Auszahlung, die Sie nach Ihren Wünschen frei verwenden dürfen. Zudem können Sie aufgrund des lebenslangen Nießbrauchrechts weiter in Ihrem Zuhause wohnen bleiben. Hier erfahren Sie mehr über den Ablauf und die Vorteile eines Immobilien-Teilverkaufs bei der Deutschen Teilkauf.

Im Vergleich zu einem Kredit entgehen Sie bei einem Teilverkauf einer möglichen Verschuldung. Zudem profitieren Sie von möglichen künftigen Wertsteigerungen der Immobilie und Ihre Erben erhalten ein Erstankaufsrecht auf den verkauften Anteil. Ob sich der Teilverkauf der Immobilie auch für Sie lohnt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Fazit – das Wichtigste zum Dachausbau

  • Dachform: Die Form Ihres Daches ist entscheidend dafür, wie Sie Ihren Dachboden nutzen und aufteilen können. Vor allem Sattel- und Mansardendächer eignen sich gut für einen Dachausbau.

  • Energieeffizienz: Durch die richtige Dämmung beim Ausbau Ihres Dachbodens können Sie Heizkosten sparen. Die Investition in Ihren Dachboden sorgt somit nicht nur für zusätzlichen Wohnraum, sondern ermöglicht Ihnen auch künftige finanzielle Einsparungen.

  • Finanzierung: Der Dachausbau ist häufig mit hohen Kosten verbunden. Jedoch werden energieeffiziente Umbaumaßnahmen oftmals finanziell unterstützt – zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

  • Teilverkauf: Der Teilverkauf Ihres Eigenheims kann Sie bei der Finanzierung des Dachausbaus unterstützen. Dank des Nießbrauchrechts, das im ersten Rang des Grundbuchs eingetragen wird, profitieren Sie bei der Deutschen Teilkauf von einem lebenslangen Wohn- und Nutzungsrecht am gesamten Grundbesitz.