Umfrage: Deutsche Senioren leben günstig und haben zu wenig Geld

Deutsche Senioren leben sparsam, das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts unter Senioren ab 60 Jahren im Auftrag der Deutschen Teilkauf, bundesweiter Anbieter des Immobilien-Teilverkaufs.

Umfrage: Deutsche Senioren leben günstig und haben zu wenig Geld
  • 57 Prozent der Senioren brauchen mehr Geld

  • 40 Prozent würden mit zusätzlichem Geld auf Reisen gehen, 32 Prozent würden es ansparen

Düsseldorf, 30. November 2021 – Deutsche Senioren leben sparsam, das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts unter Senioren ab 60 Jahren im Auftrag der Deutschen Teilkauf, bundesweiter Anbieter des Immobilien-Teilverkaufs. So gaben 36 Prozent der Befragten an, dass ihr Haushalt weniger als 6.000 Euro an Wohnkosten im Jahr aufwenden muss – das entspricht einem Anteil von 18 Prozent am Nettohaushaltseinkommen, bei 11 Prozent sind es gar unter 3.600 Euro, weitere 23 Prozent hingegen geben bis zu 8.400 Euro im Jahr für ihre Wohnung aus.

Das durchschnittliche Nettohaushaltseinkommen von Senioren über 60 liegt laut dem Forschungsinstitut empirica AG bei 33.600 Euro im Jahr.

„Beinahe die Hälfte der Senioren lebt im Eigentum, oft schuldenfrei, das senkt natürlich die Wohnkosten. Senioren leben günstiger als Durchschnittsdeutsche, die laut Statista rund 10.680 Euro pro Jahr aufwenden müssen“, erklärt André Dölker, Geschäftsführer der Deutschen Teilkauf. „Auch insgesamt leben Senioren deutlich sparsamer als der Rest der Bevölkerung.“

Inhaltsverzeichnis

Senioren geben weniger Geld für Sport und Unterhaltung aus

Auf Freizeitaktivitäten wie etwa das organisierte Sporttreiben, den Besuch von Konzerten, Kinos oder Museen verzichten Senioren weitgehend oder geben kaum nennenswerte Beträge dafür aus, so gaben 28 Prozent der Befragten an, dass ihr Haushalt auf Ausgaben für Unterhaltung oder die Freizeitgestaltung verzichtet. 31 Prozent gaben an, dass Sie dafür maximal 600 Euro im Jahr aufwenden, nur 20 Prozent wiederum geben zwischen 600 und 1.200 Euro für Kino, Ausflüge oder andere Freizeitaktivitäten aus. Mehr als 1.200 Euro geben gar nur noch 12 Prozent aus.

 

Auch im Bereich Vorsorge wenige Ausgaben

Auch für Sport und andere gesundheitsfördernde Aktivitäten zahlen laut der Umfrage 56 Prozent der Befragten kein Geld. 19 Prozent der Befragten investieren bis zu 300 Euro, weitere 10 Prozent geben zwischen 300 und 600 Euro im Jahr für die Gesundheitsvorsorge aus.

Für die medizinische Versorgung abzüglich der Krankenversicherungsbeiträge müssen viele Senioren kaum aus eigener Tasche zuzahlen. So müssen 77 Prozent der Senioren jährlich nicht mehr als 1.200 Euro für sich und ihren Partner für die medizinische Versorgung investieren, das entspricht 3,6 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens, 20 Prozent gaben sogar an keine Kosten zu haben. Immerhin 11 Prozent müssen hingegen zwischen 1.200 und 6.000 Euro im Jahr zahlen, während 2 Prozent gar bis zu 12.000 Euro im Jahr für die medizinische Versorgung und Pflege zuzuzahlen müssen.

„Wir haben in Deutschland zum Glück ein sehr gutes Gesundheitssystem, dass Senioren im Krankheitsfall gut unterstützt. Der Pflegefall kann aber Senioren vor erhebliche finanzielle Herausforderungen stellen. In Einzelfällen können ausufernde Kosten Senioren zu einer Veräußerung des Besitzes, wie der eigenen Immobilie, zwingen“, erklärt Marian Kirchhoff, ebenfalls Geschäftsführer der Deutschen Teilkauf.

Für Versicherungen rund um Gesundheit, Hausrat und Haftpflichtversicherung geben die Senioren in der Mehrheit (65 Prozent) maximal 2.400 Euro oder 7 Prozent des jährlichen durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens aus, 16 Prozent zahlen jährliche Prämien von 2.400 bis 6.000 Euro für den gesamten Haushalt, nur 6 Prozent der Befragten zahlen mehr als 6.000 Euro im Jahr.

Mobilität hoher Kostenfaktor für Senioren

Im Vergleich zur Freizeitgestaltung geben Senioren sehr viel mehr Geld für ihre Mobilität aus. 34 Prozent der Senioren geben maximal 600 Euro jährlich für Fahrkarten, Autoversicherung, Fahrrad etc. aus. 31 Prozent zahlen zwischen 600 und 1.200 Euro, um an ihr Ziel zu kommen. Auf über 1.200 Euro kommen immerhin noch 19 Prozent der Befragten.

„Viele Senioren verfügen über ein Auto oder sind auf den ÖPNV angewiesen, um etwa zum Arzt oder Einkaufen zu fahren, das ist ein nicht zu unterschätzender Kostenblock, insgesamt sind die Senioren aber auch hier deutlich genügsamer als der Durchschnittsbürger“, erklärt Dölker.

Die meisten Senioren sind schuldenfrei

Diese Sparsamkeit ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass die meisten Senioren weitgehend schuldenfrei sind. 71 Prozent der Befragten haben gar keine Kredite mehr zu tilgen, während 16 Prozent maximal 6.000 Euro pro Haushalt jährlich für die Tilgung von Hypotheken- oder Konsumkrediten aufwenden, nur 8 Prozent müssen monatlich mehr als 6.000 Euro für die Kredittilgung aufwenden.

„Schulden sind für Senioren auch immer eine emotionale Belastung. Diese Generation ist so erzogen worden, dass hier nur Geld ausgegeben wird, dass auch da ist. Die einzigen Kreditfinanzierten Erwerbungen ist meist nur die eigengenutzte Immobilie gewesen. Frühere Umfragen haben bereits gezeigt, dass viele Senioren gar keine neuen Kredite mehr aufnehmen wollen, sondern froh sind, wenn sie schuldenfrei sind und das Geld anders verwenden können, etwa zur Unterstützung der Familie oder um sich mal etwas zu gönnen“, erklärt Kirchhoff.

Mehr als jeder dritte Senior unterstützt die Familie finanziell

So unterstützen über 37 Prozent der Senioren die eigene Familie finanziell. 15 Prozent zahlen den Verwandten einen jährlichen Betrag von maximal 600 Euro, 9 Prozent zahlen sogar zwischen 600 und 1.200 Euro. 13 Prozent der Befragten bezahlen nach eigener Auskunft sogar mehr als 1.200 Euro im Jahr an die eigene Familie, 4 Prozent gaben sogar an, die Familie mit Zahlungen von mehr als 3.600 Euro im Jahr zu unterstützen.

„Viele Senioren möchten ihre Familie unterstützen, sei es mit einem kleinen Geldbetrag für die Enkel, einer Teilfinanzierung des Studiums oder gar einem Zuschuss beim Immobilienerwerb des eigenen Kindes, um die Eigenkapitalquote zu erhöhen,“ sagt Kirchhoff. „Auf der anderen Seite führt die mangelhafte finanzielle Ausstattung bei manchen Senioren auch dazu, dass sie selbst von ihrer Familie unterstützt werden müssen – ein komplett selbstbestimmtes Leben ist so nicht möglich.“

Urlaub steht hoch auf der Agenda

Auch wenn 28 Prozent der Senioren angeben gar kein Geld für den jährlichen Urlaub auszugeben, so gibt der Großteil der Senioren teils erhebliche Summen für das Reisen aus. 13 Prozent der Senioren lassen sich den jährlichen Urlaub mehr als 2.500 Euro kosten und geben damit mehr als 7,5 Prozent des durchschnittlichen jährlichen Haushaltsnettoeinkommens aus. 17 Prozent geben rund 1.500 bis 2.500 Euro aus und nur 10 Prozent belassen es bei maximal 500 Euro.

„Das Reisen ist eine Leidenschaft vieler Senioren, sie sind heutzutage einfach länger fit, wollen mehr erleben und sich etwas gönnen – schließlich haben sie ihr Leben lang hart dafür gearbeitet“, sagt Kirchhoff.

Senioren wollen vor allem etwas erleben – wenn es die Mittel zulassen

So gaben dann auch 40 Prozent der Befragten an, dass sie, wenn sie zusätzliches Geld zur Verfügung hätten, mehr reisen würden, 29 Prozent würden das zusätzliche Geld in Freizeitaktivitäten stecken. 32 Prozent würden es ansparen und 27 Prozent würden ihre Gesundheits- und Pflegekasse aufstocken.  26 Prozent würden gar die Summe an die Familie weitergeben. In eine größere Wohnung würden es nur 7 Prozent stecken und auch eventuell verbleibende Kredite wollen nur 13 Prozent mit dem zusätzlichen Geld tilgen.

Für ein sorgenfreies Leben brauchen die meisten Senioren allerdings mehr Geld. 57 Prozent der Befragten wünschen sich mehr finanzielle Freiheit um sorgenfrei leben zu können. Nur 26 Prozent der Befragten gaben an kein zusätzliches Geld zu benötigen. So gehen 19 Prozent davon aus, dass sie mit maximal 50.000 Euro zusätzlich ein sorgenfreies Leben führen könnten. 13 beziehungsweise 9 Prozent benötigen hingegen schon 50.000 bis 100.000 beziehungsweise 100.000 bis 200.000 Euro zusätzlich auf dem Konto. Ganze 16 Prozent wünschen sich sogar eine Finanzspritze von mehr als 200.000 Euro.

Konkret verwenden würden die Befragten eine Finanzspritze von mindestens 100.000 Euro dann auch größtenteils zum Reisen (15 Prozent) oder als Zuwendung an die Familie, den altersgerechten Umbau der Immobilie oder als Rücklage für die Zukunft (jeweils 13 Prozent). Ein kleinerer Anteil der Befragten würden es in Pflege und Gesundheit investieren oder mit dem zusätzlichen Geld vorhandene Kredite tilgen (jeweils 9 Prozent).

„Unsere Umfrage zeigt, dass viele Senioren sich gerne etwas gönnen wollen, aber nicht glauben, dass ihre finanzielle Situation große Sprünge zulässt. Für das Alter wünschen sich viele Menschen eine zusätzliche Finanzspritze um sorgenfrei und erfüllt leben zu können“, erklärt Dölker. „Oftmals scheitern schon eigentlich notwendige Maßnahmen, wie der altersgerechte Umbau des Eigenheims an der mangelhaften finanziellen Ausstattung der Seniorenhaushalte.“

Immobilien-Teilverkauf als Finanzspritze

„Viele Senioren besitzen Immobilien und sind nur auf dem Papier reich. Der Immobilien-Teilverkauf ist ein guter Weg, einen Teil des Immobilienvermögens flüssig zu machen und trotzdem weiterhin darin wohnen zu bleiben. Dank des Nießbrauchrechts bleibt der Bewohner weiterhin Herr im Haus“, ergänzt Kirchhoff.

Das Modell der Deutschen Teilkauf ermöglicht es Senioren, bis zu 50 Prozent Ihrer Immobilie zu verkaufen und trotzdem weiter darin wohnen zu können. Die Eintragung eines Nießbrauchrechts im ersten Rang des Grundbuchs macht diese Regelung absolut insolvenzfest und bietet Senioren die Möglichkeit einen Teil ihres Immobilienvermögens in Bargeld zu verwandeln.

Sollte ein Komplettverkauf zu einem späteren Zeitpunkt gewünscht werden oder der Bewohner der Immobilie versterben, so übernimmt die Deutsche Teilkauf den Gesamtverkauf des Objektes und erhebt in diesem Zuge als einziger Marktteilnehmer kein Durchführungsentgelt. Diese Pauschale beträgt am Teilverkaufsmarkt bis zu 6,5 Prozent des gesamten Immobilienwertes.

Über die Studie

Die repräsentative Umfrage wurde im Oktober 2021 im Auftrag der Deutschen Teilkauf AG vom Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland durchgeführt. In Form von Online-Interviews befragte YouGov Deutschland insgesamt mehr als 1.074 Senioren ab 60 Jahren.