Lohnt sich der Hausanbau im Alter?

Mit einem Anbau können Senioren ihren Wohnraum vergrößern und damit beispielsweise ein Zimmer für Familienangehörige oder eine Pflegekraft schaffen. Zudem lässt sich dadurch der Wert der Immobilie steigern. Ob sich der Hausanbau im Alter für Sie lohnt, was Sie dabei beachten sollten und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Lohnt sich der Hausanbau im Alter?
Inhaltsverzeichnis

Bedürfnisse im Alter berücksichtigen

Die Erweiterung der Wohn- und Nutzfläche eines Eigenheims kann zum Beispiel eine Dachaufstockung, einen Wintergarten oder eine Einliegerwohnung beinhalten. Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihr Haus zu vergrößern, sollten Sie die Anforderungen an die neue Wohnfläche formulieren. Im Ruhestand ändern sich diese häufig, da zum Beispiel der altersgerechte Umbau für viele Senioren ein wichtiges Thema wird. Auch die Aspekte einer energetischen Sanierung sollten vor allem bei Immobilien beachtet werden, die mehrere Jahrzehnte alt sind. Durch eine neue Heizungsanlage und verbesserte Wärmedämmung können Sie mittel- und langfristig Geld sparen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Wann und für wen ist eine energetische Sanierung sinnvoll?.

Bei einem Hausanbau im Alter kann es sinnvoll sein, eine mögliche Pflegebedürftigkeit zu berücksichtigen. Eine Einliegerwohnung mit eigener Küche und Badezimmer schafft beispielsweise Raum für eine Pflegekraft, die dauerhaft vor Ort ist. Zugleich bietet sie beiden Seiten genügend Privatsphäre. Außerdem kann die Einliegerwohnung jederzeit vermietet und für ein zusätzliches Einkommen sorgen.

Im Hinblick auf eine mögliche eingeschränkte Mobilität können Sie die klassische Aufteilung eines zweistöckigen Hauses durch einen Anbau verändern. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Küche und Wohnbereich im Erdgeschoss sind, Bade- und Schlafzimmer sich aber im ersten oder zweiten Obergeschoss befinden. Das obere Stockwerk kann dann als Wohnbereich für eine Pflegekraft dienen und das Schlafzimmer in den Anbau verlegt werden. Damit entfällt das beschwerliche Treppensteigen. Bei einer neuen Küche oder einem neuen Badezimmer sollte viel Freifläche eingeplant werden. So können Sie sich auch mit Rollator oder Rollstuhl gut darin bewegen. Wichtig ist dabei auch, auf Barrierefreiheit wie eine ebenerdige Dusche zu achten. Mehr zum barrierefreien Umbau Ihres Eigenheims lesen Sie in unserem Beitrag  Barrierefrei ins Alter starten“.

Baugesetze: Was ist erlaubt?

Bevor Sie mit dem Hausanbau beginnen, sollten Sie sich mit den Baugesetzen auseinandersetzen. Diese befassen sich unter anderem mit dem Denkmal-, Natur- und Ortsbildschutz und können Einfluss auf den geplanten Ausbau nehmen. Welche Rechte und Pflichten Sie als Eigentümer haben, wenn Ihre Immobilie unter Denkmalschutz steht, erfahren Sie hier. Anschließend müssen Sie einen Bauantrag stellen, damit die Erweiterung mit Erlaubnis der Baubehörde durchgeführt werden kann. Erst nach Erhalt eines roten Punkts, der die Baufreigabe symbolisiert, dürfen Sie mit den Bauarbeiten beginnen.

Wer an sein bestehendes Haus anbauen möchte, muss die Baugrenze beziehungsweise die Baulinie berücksichtigen. Denn im Bebauungsplan ist festgelegt, inwiefern ein Grundstück bebaut werden darf. Innerhalb der Baugrenze können Sie, sofern Sie die Abstandsflächen einhalten, beliebig bauen. Ist allerdings eine Baulinie festgesetzt, muss bis an diese herangebaut werden. Das Ziel einer solchen Baulinie ist häufig, eine durchgehende Häuserflucht ohne große Lücken zu errichten.

Lassen die Baugrenze und Baulinie keinen Anbau zu, können Sie auch durch einen Ausbau des Kellers oder Dachgeschosses mehr Nutzfläche schaffen. Hierbei sind ebenfalls bestimmte Auflagen zu beachten, die das Bauvorhaben einschränken können. Vielerorts ist für Wohnräume eine bestimmte Fensterfläche festgelegt, die mindestens zehn Prozent der Bodenfläche umfassen muss. Dies kann dazu führen, dass für den Ausbau von Kellerräumen zusätzlich Lichtschächte eingebaut oder Teile des Gartens abgesenkt werden müssen, um Fenster einbauen zu können.

Bei einem Dachstuhlausbau muss neben der ausreichenden Belichtung zusätzlich eine Mindesthöhe gegeben sein, damit dieser auch als Wohnraum genutzt werden kann. Meistens liegt dieser Wert zwischen 2,20 und 2,40 Meter lichter Höhe über mindestens die Hälfte der Fläche. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag Wohnen im Alter: Wann lohnt sich der Ausbau eines Dachgeschosses?“.

Kosten eines Hausanbaus

Neben den baurechtlichen Bestimmungen spielen auch die Finanzen eine relevante Rolle, damit Sie den Hausanbau bewerkstelligen können. Die Höhe der Kosten hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von

  • der Größe des Anbaus,

  • der Lage des Anbaus,

  • der Dachform des Anbaus,

  • der Bodenbeschaffenheit des Grundstücks,

  • der Ausstattung des Anbaus und

  • der geplanten Nutzung des Anbaus (ob zum Beispiel eine Sanitärinstallation notwendig ist).

Bei der Größe des Anbaus sollten Sie beachten, dass ein größerer Anbau häufig auch einen niedrigeren Quadratmeterpreis zur Folge hat. Baufirmen berechnen das Angebot mittels des Quadratmeterpreises. Je größer Ihr Anbau ist, desto höher ist die Bereitschaft der Firmen den Quadratmeterpreis niedriger anzusetzen, um es wirtschaftlich rentabel zu gestalten. Hier sollten Sie genau abwägen, wann und wie eine Investition sinnvoll ist. Möchten Sie eine Garage oder einen Wohnraum anbauen, ist zudem die Bodenbeschaffenheit von besonderer Bedeutung. Hier ist es nötig, vorher eine Fundamentgrube auszuheben, welche bei schwierigen Bodenverhältnissen einen höheren Preis mit sich ziehen kann. Beim Anbau eines Balkons haben Sie diesen Kostenfaktor beispielsweise nicht.

Bei den Überlegungen zu der Dachform Ihres Anbaus ist es empfehlenswert, zukunftsorientiert zu handeln. Zwar ist das sogenannte Flachdach die günstigste Variante, jedoch sind die Instandhaltungskosten beim teureren Steildach wesentlich geringer. Was Sie beim Thema Instandhaltung Ihrer Immobilie sonst noch beachten sollten, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Immobilien-Teilverkauf und Instandhaltung: Was gibt es dabei zu beachten?. Auch weitere Rahmenbedingungen wie der Zugang zum Haus für das Bauunternehmen oder die eventuelle Erweiterung von Rohrleitungen werden einen Einfluss auf Ihre Baukosten haben.

Die Kostenfaktoren sind vielfältig. Daher ist es empfehlenswert, mehrere Meinungen und Angebote von Experten einzuholen. Architekten oder Bauherrenberater können Ihnen die Potenziale Ihrer Immobilie darlegen, die rechtlichen Beschränkungen mit dem Bauamt abklären und eine Einschätzung der Kosten abgeben. Ein Fachmann kann Ihnen gegebenenfalls auch günstigere Alternativen aufzeigen und Ihnen bei Fragen beratend zur Seite stehen.

Im Nachfolgenden finden Sie eine Beispielrechnung mit der Auflistung verschiedener Posten und Preise, die für einen Hausanbau anfallen können.

PostenBeispielpreis
Baukosten53.000 EUR
Architektenkosten7.576 EUR
Baugenehmigung270 EUR
Vermessungskosten (Gebäudeaufnahme)200 EUR
Prüfstatiker1.600 EUR
Baubegleitung640 EUR
Gesamtkosten63.286 EUR

Mit einem Teilverkauf Wohnträume erfüllen

Die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum kann schnell die Ersparnisse aufbrauchen. Für Immobilieneigentümer kann hierbei der Immobilien-Teilverkauf die Finanzierung gewährleisten. Bei einem Teilverkauf können Sie maximal 50 Prozent Ihres Eigenheims an einen Teilkäufer veräußern. Dadurch setzen Sie ein Teil des in der Immobilie gebundenen Vermögens frei, welches Sie zum Beispiel für Ihre Baumaßnahmen nutzen können. Auf Basis des Nießbrauchrechts erhalten Sie als Teilverkäufer ein lebenslanges Wohn- und Nutzungsrecht. Das Nießbrauchrecht wird bei der Deutschen Teilkauf für den gesamten Grundbesitzt und erstrangig im Grundbuch eingetragen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie in unserem Blogbeitrag „Was lebenslanges Wohnrecht und Nießbrauchrecht bedeuten“. Außerdem profitieren Sie als Teilverkäufer bei uns von einer lebenslangen Sicherheitsgarantie. So können Sie beispielsweise die Immobilie jederzeit zurückkaufen und Ihre Erben erhalten ein Erstankaufsrecht auf den verkauften Immobilienanteil.

Fazit – das Wichtigste zum Hausausbau

  • Eigene Bedürfnisse: Lassen Sie Ihre Wünsche und Ansprüche fürs Alters, zum Beispiel Barrierefreiheit, mit in die Planung des Hausanbaus einfließen.

  • Baugesetze: Befassen Sie sich frühzeitig mit dem geltenden Baurecht Ihrer Stadt oder Gemeinde.

  • Finanzen: Sprechen Sie mit einem Fachmann und holen Sie sich verschiedene Angebote ein, bevor Sie den Anbau in Auftrag geben.

  • Immobilien-Teilverkauf: Der Teilverkauf ist eine Option, um Ihren Hausanbau zu finanzieren und von möglichen künftigen Wertsteigerungen der Immobilie zu profitieren.