Sie möchten Ihr Haus energetisch sanieren? Das sollten Sie darüber wissen

Zugige Fenster und Türen, schlecht gedämmt Wände oder eine veraltete Ölheizung im Keller: Es gibt viele Gründe, die für eine energetische Sanierung der eigenen vier Wände sprechen. Dabei können Sie nicht nur Ihre Heizkosten senken. Neben dem finanziellen Aspekt ist da auch der ökologische. Welche Maßnahmen im Rahmen einer energetischen Sanierung sinnvoll sind und welche Fördermöglichkeiten Sie in Anspruch nehmen können, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Inhaltsverzeichnis

Erste Maßnahmen

Grundsätzlich bilden der Austausch Ihrer Heizungsanlage und eine verbesserte Wärmedämmung die Kernmaßnahmen einer sogenannten „grünen Sanierung“. Ein veralteter Heizkessel kann dafür verantwortlich sein, dass mehr als ein Drittel der Wärme in Ihrem Haus verloren geht. Zudem sollten Sie die Wärmeisolierung überprüfen, denn dieser hat Einfluss auf die notwendige Größe der Heizanlage. Sie können durch den Austausch undichter Türen und Fenster sowie den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung schon viel bewirken. Welche Maßnahmen für die energetische Sanierung Ihres Hauses sinnvoll sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Deshalb ist es empfehlenswert, den Rat eines unabhängigen Experten in Anspruch zu nehmen. In unserem Blogbeitrag „Sanierung des Eigenheims: Welche Maßnahmen können sinnvoll sein?“ erfahren Sie mehr dazu.

Doch wie effektiv ist die energetische Sanierung eines Hauses? Über eine Wärmedämmung der Außenfassade können Sie zum Beispiel bis zu 260 Euro Heizkosten im Jahr sparen. Bei einer Wärmedämmung des Dachs sind bis zu 20 Prozent Energieersparnis möglich. Wie groß die jeweiligen Einsparungen sind, hängt allerdings auch von der Beschaffenheit Ihrer Immobilie ab. Wenn Sie eine alte Heizanlage gegen eine neue (Wärmepumpe, Brennwerttechnik oder Holzpelletofen) austauschen, können Sie Ihre Energiekosten sogar um knapp ein Drittel senken.

Wärmeverlust vor und nach der Sanierung

Ist eine energetische Sanierung Pflicht?

Im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV), die 2002 in Kraft getreten ist, sind Käufer von Bestandsimmobilien zu einer energetischen Sanierung verpflichtet – sofern gewisse Standards in der Immobilie nicht eingehalten werden. Dazu zählen ein Austausch der alten Heizung und die Dämmung von Rohrleitungen sowie das Dämmen des Dachs beziehungsweise Dachbodens bei Ein- und Zweifamilienhäusern, die vor dem 1. Februar 2002 erbaut wurden. Für Öl- und Gasheizungen gilt eine maximale Laufzeit von 30 Jahren, danach sind sie auszuwechseln. Zudem haben Sie als Immobilienkäufer die Pflicht, Heizungs- und Warmwasserleitungen dämmen zu lassen. Bestandsgebäude, die nach dem 1. Februar 2002 erbaut wurden, sind in der Regel von Anfang an gemäß den Anforderungen des EnEV errichtet worden und haben entsprechend keinen Sanierungsbedarf.

Für Altbauten gilt keine Pflicht zur umfassenden energetischen Sanierung. Eigentümer müssen aber die oberste Geschossdecke beziehungsweise das Dach dämmen. Sind dennoch weitere Sanierungsmaßnahmen geplant, wird vorausgesetzt, dass diese der EnEV entsprechen. In unserem Blogbeitrag „Sanierungsbedarf: Die unterschätzten Gefahren alter Häuser erhalten Sie weitere Informationen dazu, worauf Sie bei Ihrem Eigenheim achten sollten.

Finanzierungsmöglichkeiten

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihr Haus energetisch zu sanieren, sollten Sie sich über öffentliche Fördermöglichkeiten – zum Beispiel durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – informieren. Als Hauseigentümer können Ihnen sowohl Förderzuschüsse als auch Förderkredite angeboten werden. Darüber hinaus vergibt die KfW für energiesparende Immobilien den sogenannten Effizienzhausstandard. Je höher der Standard ist, desto umfangreicher fallen auch die Fördermaßnahmen aus. Konkret ergibt sich der Effizienzhausstandard aus dem gesamten Energiebedarf und dem Grad der Wärmedämmung innerhalb eines Hauses. Das BAFA vergibt Zuschüsse für Sanierungen sowie zinsgünstige Kredite. Zudem fördert er vor allem das Heizen auf Grundlage erneuerbarer Energien, Stichwort Ölaustauschprämie. Je nachdem, für welche neue Heizungsanlage Sie sich entscheiden, gelten unterschiedliche Förderquoten von bis zu 45 Prozent. Hier erhalten Sie weitere Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten, wie Sie die Renovierung Ihrer Immobilie finanzieren können.

Nicht zuletzt können Sie die Kosten für eine energetische Sanierung auch mit dem Teilverkauf Ihrer Immobilie decken. Dabei veräußern Sie bis zu 50 Prozent Ihres Hauses oder Ihrer Eigentumswohnung und wandeln so einen Teil Ihres Immobilienvermögens in Geld um, das Sie zur freien Verfügung haben. Dank des Nießbrauchrechts steht Ihnen ein lebenslanges Wohn- und Nutzungsrecht am gesamten Grundbesitz zu. Das bedeutet, dass Sie weiter in Ihrem Zuhause und der gewohnten Umgebung bleiben können.

Gesamtkonzept für die Sanierung

Vor Beginn einer energieeffizienten Sanierung des Hauses sollten Sie zunächst ein energetisches Gesamtkonzept erstellen lassen. So stellen Sie sicher, dass die einzelnen Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt sind. Der Austausch der alten Heizung ist zum Beispiel nur dann sinnvoll, wenn die Fassade zuvor gedämmt wurde. Zudem bietet es sich an, energetische Sanierungsmaßnahmen mit anfallenden Sanierungsvorhaben – beispielsweise der Ausbesserung eines maroden Dachs – zu kombinieren. Auf diese Weise sind zusätzliche Kosteneinsparungen möglich.

Darüber hinaus sollten Sie die energetische Sanierung von außen nach innen vollziehen, denn eine Abdichtung der Gebäudehülle kann bereits einen deutlichen Effekt auf den Wärmehaushalt haben. Aufschluss über den energetischen Zustand einer neu erworbenen Immobilie gibt der Energieausweis. Abgesehen von der verbesserten Ökobilanz und den reduzierten Heizkosten steigern Sie als Immobilieneigentümer durch eine solche Sanierung auch nachhaltig den Wert Ihrer Immobilie. Zudem erhöht sie Ihr Wohnklima, da sich Ihr Haus im Sommer nicht so stark aufheizt und im Winter länger warm bleibt.

Energiebedarf für das Heizen senken durch Sanierung

Fazit zur energetischen Sanierung

  • Maßnahmen: Vor allem durch den Austausch alter Heizungsanlagen und die Wärmedämmung der Außenfassade können Sie Energiekosten sparen und damit Ihren Geldbeutel schonen. Welche Maßnahmen zur energetischen Sanierung Ihres Hauses sinnvoll sind, sollten Sie mit einem Experten abklären.

  • Sanierung als Pflicht: Werden gewisse Standards der Immobilie zu energieeffizienten Maßnahmen nicht eingehalten, ist der Eigentümer laut Energieeinsparverordnung zur energetischen Sanierung verpflichtet. Erkundigen Sie sich daher frühzeitig.

  • Finanzierungsmöglichkeiten: Sowohl die KfW als auch die BAFA fördern mit verschiedenen Maßnahmen die energetische Sanierung von Immobilien.

  • Immobilien-Teilverkauf: Mit dem Teilverkauf des Eigenheims wandeln Sie einen Teil Ihres Immobilienvermögens sicher in Geld um. So haben Sie die finanzielle Freiheit, um sich Wünsche zu erfüllen oder Ihr Haus umzubauen beziehungsweise energetisch zu sanieren.

  • Individuelles Gesamtkonzept: Lassen Sie sich von einem Experten ein energetisches Gesamtkonzept für Ihre Immobilie erstellen. So können Sie die notwendigen Maßnahmen optimal aufeinander abstimmen und sich ausführlich beraten lassen.