Das sollten Sie beachten, wenn Sie einen Kredit für eine Immobilienrenovierung aufnehmen

Ihre Immobilie ist in die Jahre gekommen und braucht einen neuen Anstrich? Vielleicht möchten Sie Ihr Eigenheim auch modernisieren oder altersgerecht umbauen? Bei vielen Immobilieneigentümer sind diese Maßnahmen im Laufe der Zeit unausweichlich. Doch die anfallenden Kosten für Renovierung, Modernisierung oder Umbau sind nicht zu unterschätzen. Die Aufnahme eines Kredits kann für die nötige Liquidität sorgen. Was Sie dabei beachten sollten und was sinnvolle Alternativen sind, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Finanzierung einer Immobilienrenovierung
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Modernisierungskredit?

Ein Modernisierungskredit ist speziell auf die Modernisierung oder Renovierung einer Immobilie ausgelegt und muss auch nachweislich für diese eingesetzt werden. Den Nachweis für die Ausgaben müssen Sie zeitnah bei Ihrer Bank einreichen. Im Vergleich zu anderen Krediten, bei denen viele Banken häufig eine Altersgrenze für Kreditnehmer festlegen, haben Sie hier auch als Rentner eine gute Chance, einen Kredit zu erhalten. Denn Banken berücksichtigen hierbei die durch die Modernisierungsmaßnahmen entstehende Wertsteigerung Ihrer Immobilie.

Abhängig von Ihrer Bonität und Ihren geplanten Renovierungen beziehungsweise Modernisierungen erhalten Sie einen Kredit zwischen 5.000 und 50.000 Euro ausgezahlt. Die Laufzeiten von Modernisierungskrediten betragen in der Regel zwischen 5 und 15 Jahren und sind so je nach finanzieller Situation in kleineren oder größeren Raten zu tilgen. Ein weiterer Vorteil dieses Kredits ist die Möglichkeit zur Sondertilgung. Damit bleiben Sie flexibel und können bei Bedarf Ihren Kredit schneller abbezahlen. Was Sie bei der Sanierung Ihres Eigenheims beachten sollten, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Sanierungsbedarf: Die unterschätzten Gefahren alter Häuser“.

Warum kein Konsumentenkredit?

Der klassische Konsumentenkredit stellt für viele Senioren eine Möglichkeit dar, um die Renovierung oder Modernisierung Ihrer Immobilie zu finanzieren. Allerdings bringt dieser im Vergleich zu einem Modernisierungskredit einige Nachteile mit sich: Da Sie bei einem Konsumentenkredit nicht an eine bestimmte Art von Ausgaben gebunden sind, kann die Bank bei der Bewilligung des Kredits keine möglichen Wertsteigerungen Ihrer Immobilie berücksichtigen. Dies sorgt zum einen dafür, dass es für Senioren schwieriger ist, einen Kredit zu erhalten. Zum anderen müssen Sie bei einer eventuellen Kreditzusage häufig mit schlechteren Konditionen rechnen als bei einem Modernisierungskredit – auch im Vergleich zu jüngeren Kreditnehmern. Außerdem haben Sie beim Konsumentenkredit meist eine kürzere Vertragslaufzeit und Sie können keine Sondertilgungen tätigen. So fallen die monatlichen Ratenzahlungen bedeutend höher aus als bei einem Modernisierungskredit.

Bei der Beantragung eines Modernisierungskredits sollten Sie im Vorhinein prüfen, ob es sich dabei nicht nur um einen klassischen Konsumentenkredit handelt. Viele Banken werben mit dem Begriff, aber ohne kennzeichnende Merkmale eines Modernisierungskredits. Hier sollten Sie auf die angebotenen Konditionen und Bedingungen achten. Weitere Informationen sowie Vor- und Nachteile eines Kredits für Senioren erhalten Sie in unserem Blog.

Baufinanzierungskredit für höhere Ausgaben

Übersteigen die Modernisierungskosten die Grenze von 40.000 Euro, ist in vielen Fällen ein Baufinanzierungskredit die sinnvollere Alternative. Hier wird eine Grundschuld auf Ihre Immobilie bei einem Notar als zusätzliche Sicherheit eingetragen. Jedoch sollten Sie beachten, dass eine Grundschuld auf Ihrer Immobilie den Wert des Objekts mindert. Auch die Eintragung im Grundbuch ist mit Kosten verbunden. Verfügen Sie über freie Grundschuldteile, kann dieser auch schon bei niedrigeren Beträgen die bessere Entscheidung sein. Unter freien Grundschuldteilen sind Rückgewähransprüche Ihrer abbezahlten oder teilweise abbezahlten Grundschuld zu verstehen. Sobald die Grundschuldsumme, die Sie bereits beglichen haben, höher als die verbleibende Schuld ist, entstehen freie Grundschuldteile. Diese kann Ihre Bank durch die Abtretung der Rückgewähransprüche sichern. Hier ist eine Beratung bei einem Experten für Bau- und Immobilienfinanzierung sinnvoll, um die Kosten individuell berechnen zu lassen.

KfW-Darlehen zur Modernisierung

Eine weitere Möglichkeit ist die Aufnahme eines KfW-Darlehens für Modernisierungszwecke. Dies stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, bereit. Ähnlich wie bei einem Baufinanzierungskredit bietet sich dieses Darlehen für Beträge ab 40.000 Euro an und erfordert ebenfalls die Grundbucheintragung einer Grundschuld als zusätzliche Sicherheit. Im Gegensatz zu einem Baufinanzierungskredit profitieren Sie hier in der Regel von besseren Konditionen. Jedoch werden keine klassischen Renovierungen gefördert. Die KfW fördert den altersgerechten Umbau oder die energetische Sanierung von Immobilien. Mehr zum Thema energetische Sanierung erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Wann und für wen ist eine energetische Sanierung sinnvoll?“.

Maßnahmen zum barrierefreien Heim im Alter

Teilverkauf: sinnvolle Alternative?

Haben Sie schon mal über den Teilverkauf Ihrer Immobilie nachgedacht? Sie verkaufen einen Teil Ihres Hauses oder Ihrer Eigentumswohnung und wandeln so Immobilienvermögen sicher in Geld um. Das freigesetzte Kapital können Sie frei verwenden – zum Beispiel für die Renovierung, Sanierung oder den altersgerechten Umbau Ihres Eigenheims. Dabei bleiben Sie weiterhin in Ihrem Zuhause und der gewohnten Umgebung wohnen. Einige Vorteile des Teilverkaufs haben wir hier für Sie aufgelistet:

  • Liquidität: Als Eigentümer können Sie mit Ihrer Immobilie Kapital freisetzen, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen.

  • Lebenslanges Wohn- und Nutzungsrecht: Nach dem Teilverkauf können Sie weiter in der Immobilie wohnen bleiben. Ihr Nießbrauchrecht wird für den gesamten Grundbesitz im ersten Rang des Grundbuchs eingetragen. Das gibt Ihnen die rechtliche Sicherheit. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „Was lebenslanges Wohnrecht und Nießbrauchrecht bedeuten“.

  • Vermietung: Sie können Ihre Immobilie bei Bedarf vermieten, die Mieteinnahmen stehen Ihnen zu. Das ist zum Beispiel von Vorteil, wenn Sie in ein Pflegeheim ziehen müssen. Mit den Mieteinnahmen lassen sich so die Pflegekosten zahlen.

  • Eigenständigkeit: Nach dem Teilverkauf können Sie Ihre Immobilie renovieren oder auch energetisch sanieren.

  • Wertsteigerung: Da Sie bei einem Immobilien-Teilverkauf mindestens die Hälfte der Eigentumsanteile behalten, profitieren Sie bei einem späteren Gesamtverkauf auch von möglichen künftigen Wertsteigerungen.

Im Vergleich zu einem Kredit profitieren Sie bei einem Teilverkauf von einer höheren Flexibilität und können das Kapital frei nutzen. Dabei zahlen Sie an den Teilverkäufer lediglich ein monatliches Nutzungsentgelt für den verkauften Anteil der Immobilie. Wir als Deutsche Teilkauf geben Ihnen mit unserer Sicherheitsgarantie eine zusätzliche Garantie für den gesamten Immobilien-Teilverkauf.

Finanzierungen im Vergleich

Finanzierungen der Immobilienrenovierung im Vergleich

Fazit – Teilverkauf als kluge Lösung

  • Je nach Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen kommen verschiedene Kredite in Frage: Bei kleineren Sanierungsarbeiten bietet sich zum Beispiel ein Modernisierungskredit aufgrund seiner Flexibilität an. Bei höheren Ausgaben für Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen hat ein Baufinanzierungskredit häufig die besseren Konditionen. Dabei wird allerdings eine Grundschuld auf Ihre Immobilie eingetragen.

  • Bei einem KfW-Darlehen erhalten Sie häufig bessere Konditionen als zum Beispiel bei einem Modernisierungskredit. Allerdings gilt die Förderung nur für bestimmte Maßnahmen – eine klassische Renovierung wird nicht bezuschusst.

  • Mit einem Immobilien-Teilverkauf erlangen Sie finanzielle Flexibilität und bleiben weiter in Ihrem Zuhause wohnen. Das freigesetzte Kapital können Sie frei verwenden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie in unserem Blogbeitrag „Dank Teilverkauf die Sanierung des Eigenheims finanzieren“.