Barrierefrei ins Alter starten

Altersgerechtes Wohnen heißt insbesondere barrierearmes Wohnen. Der Großteil des Wohnungsbestands in Deutschland ist auf den immer größer werdenden Bedarf aber nicht vorbereitet.

Barrierefreies Wohnen
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Mit zunehmendem Alter ist man in der Mobilität und bei Tätigkeiten im Haushalt oft immer stärker eingeschränkt. Eine barrierearme Wohnung kann dabei helfen, den Alltag so lange wie möglich eigenständig zu meistern. Der Bedarf an barrierefreien oder barrierearmen Wohnungen in Deutschland ist groß, insbesondere vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft. Schon jetzt ist jede fünfte Person in Deutschland älter als 65 Jahre. Aktuell gibt es einer KfW-Studie zufolge rund drei Millionen Haushalte, in denen mindestens eine Person Mobilitätseinschränkungen hat – dem gegenüber stehen aber nur 560.000 barrierearme Wohnungen.

Im § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) heißt es: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen […], wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind“. Die daraus resultierende Gestaltung von Wohnbereichen wird durch die DIN 18040-2 geregelt. Unter diese Norm fallen Kategorien wie ausreichend Raum in Küche und Bad, breite Wohnungs- und Raumtüren sowie Flure und ein ebenerdiger Einstieg zur Dusche. Stufen und Schwellen, die die Bewegungsfreiheit einschränken, sollen ebenfalls nicht vorhanden sein. Eine große Hilfe im Alltag kann auch ein Elektrodreirad sein, mehr dazu erfahren Sie hier.

Kosten und Förderungen eines barrierefreien Umbaus

Die Modernisierung des Eigenheims in Hinblick auf barrierearmes Wohnen erfordert einige Maßnahmen. So muss zum Beispiel die Küche oder auch ein Badezimmer, das nicht über ausreichend Platz verfügt, häufig komplett umgebaut werden. Allein der Einbau einer Dusche mit ebenerdigem Zugang kann Kosten von mehreren tausend Euro verursachen. Der Einbau eines Treppenlifts bewegt sich ebenfalls deutlich im vierstelligen Bereich. Für Rollstuhlfahrer müssen oft die Türen verbreitert und gegebenenfalls mit elektrischen Öffnungs- und Schließmöglichkeiten versehen werden. Hinzu kommen Lösungen für Fenster, Schränke und Küchengeräte, was insgesamt ebenfalls mehrere tausend Euro Kosten kann. Kurzum: Der Umbau hin zu einem barriereärmeren Haus wird oftmals sehr teuer.

Um diese Kosten zu decken, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Pflegeversicherung: Die Pflegeversicherung kann Maßnahmen bis zu einer Höhe von 4.000 Euro übernehmen, sofern ein Pflegegrad vorliegt. Zu diesen Maßnahmen zählt beispielsweise der Umbau zu einer ebenerdigen Dusche.

  • Krankenkasse: Auch Leistungen der Krankenkassen können in Anspruch genommen werden. Dabei werden Kosten für Hilfsmittel übernommen, die von einem Arzt verschrieben werden, zum Beispiel ein Badewannenlift.

  • KfW: Die KfW vergibt Kredite mit günstigen Zinsen für das altersgerechte Umbauen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro. Beispiele für förderfähige Maßnahmen sind Treppenlifte, Rampen, der Umbau der Dusche oder die Änderung der Raumaufteilung im Bad. Auch der Kauf von barrierearm umgebautem Wohnraum wird von der KfW gefördert. Zusätzlich vergibt die KfW-Bank Zuschüsse von bis zu 6.250 Euro für entsprechende Maßnahmen.

Immobilien-Teilverkauf zur Finanzierung des barrierefreien Umbaus

Lässt sich ein Umbau nicht über Zuschüsse, eigene Rücklagen oder die Rente finanzieren, kann der Immobilien-Teilverkauf für Eigentümer eine Option sein. Bei einem Teilverkauf wird ein Anteil der Immobilie veräußert, maximal 50 Prozent. Auf diese Weise kann ein Teil des in der Immobilie gebundenen Vermögens liquidiert werden. Der Teilverkäufer genießt auf Basis des Nießbrauchrechts weiterhin ein lebenslanges Nutzungs- und Wohnrecht seiner Immobilie.

Wie hoch eine mögliche Auszahlung bei einem Teilverkauf Ihrer Immobilie sein könnte, können Sie mithilfe unseres Rechners herausfinden.